Medikinet Tag 6

Frühstück: 9:00 Uhr; Haferflocken; Dosis 10mg

Mittagessen: 17:00 Uhr; Brot mit Wurst und Joghurt dazu; Dosis 10mg

Gestern konnte ich erstaunlicherweise super arbeiten (was eventuell daran lag, dass das Internet ausfiel ;). Ich habe also 20 Seiten Reproduktionstheorie und Vererbungslehre zusammengefasst. Damit war ich dann nach 3 Stunden auch fertig (am Stück!). Das ist ein kleines Wunder und ich finde schon ein großer Fortschritt, auch wenn der Schwierigkeitsgrad eher low war^^

Mittags gings dann nicht mehr so gut. Ich habe sehr spät gegessen und die Tablette auch dementsprechend spät genommen, was wohl ein Fehler war. Ich konnte dann aufgrund einer Diskussion in Michis Blog nichts mehr arbeiten (ich bin da einfach viel zu sensibel…) und habe mich den Rest des Abends mit einer guten Freundin über ADHS und unsere Kindheit unterhalten 😀

Bin dann auch (für meine Verhältnisse) früh ins Bett…

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Medikinet Tag 4 & 5 (Wochenende)

Samstag

Frühstück: 9:00 Uhr; Haferflocken, Dosis 10 mg

Mittagessen: 14:00 Uhr; Körnerstange mit Butter; Dosis 10 mg

So, Wochenende, der Moment der Wahrheit… Denn als armer Student muss ich am Wochenende arbeiten. Das lief eigentlich immer schon ganz gut, nur dass ich halt eben die verpeilteste Bäcker-Aushilfe bin, die es nur gibt. Das war am Samstag nun auch nicht anders, zumindest hatte ich das Gefühl, es wäre nicht besser wie sonst. ich nehme an, dass die Dosis momentan einfach noch zu gering ist, denn ich merke ja schon was, aber eben nicht den extremen Boost 😉 Wobei ich aber auch ziemlich Angst habe, dass bei höherer Dosis die Nebenwirkungen mehr werden, bis jetzt sind ja zum Glück noch keine da.

Sonntag:

Frühstück: 12:00 Uhr; Croissants; Dosis 10 mg

Mittagessen: 15:00 Uhr, Brötchen; Dosis 0 mg

Heute war ich erst beim Sport und habe deshalb spät gefrühstückt. Ich hatte das Gefühl, dass es auf Arbeit heute besser lief als gestern, vielleicht auch, weil ich das MPH erst kurz vor Beginn genommen habe. Heute Abend hatte ich wegen einem guten Freund von mir mal wieder einen emotionalen Ausbruch, aber aus nachvollziehbaren Gründen und ich habe mich deutlich schneller beruhigt als sonst.Das finde ich schon mal positiv.

Was mir noch auffällt: Ich kann jetzt, glaube ich, meine Gefühle und Stimmungen besser benennen. Das macht es meinem Verlobten wahrscheinlich auch leichter. Ich war zwar noch nie auf den Mund gefallen, aber mit Gefühlen war ich mir noch nie so grün. Und wenn ich dann dastehe und heule oder depressiv bin und nicht mal genau erklären kann warum, ist das nicht so toll. Und gestern auf der Heimfahrt meinte ich ganz gelassen zu meinem Freund „Du ich werd grad melancholisch…“ Das wäre vorher glaub ich schwierig gewesen.

Medikinet Tag 3

Frühstück: 8:30 Uhr; Haferflocken; Dosis 10 mg

Mittagessen: 13:30 Uhr; Pommes und Champignoncremesuppe (Mensafraß -.-); Dosis 10 mg

Am Freitagmorgen war ich mit einer Freundin unterwegs, erst Schwimmen und dann shoppen in der Stadt. Das einzige außergewöhnliche war, dass ich beim Schwimmen einen echt miesen Krampf im Bein hatte, was aber wohl daran liegt, dass ich ein paar Monate nicht mehr Schwimmen war…

Mittags habe ich dann aus Solidarität mit ein paar Leuten den „Wissenschaftliche Texte mit Word“-Kurs nochmal besucht und mich zu Toed gelangweilt, aber immerhin konnte ich mit meinem Vorwissen angeben 😉 Trotz gähnender Längeweile war ich 4 Stunden konzentriert dabei und am Ende ziemlich stolz auf mich… Ob ich mir das nächste Woche nochmal antue steht in den Sternen^^

Medikinet Tag 2

Frühstück: 7:30 Uhr; Haferflocken und Cappuccino; Dosis 10 mg

Mittagessen: 11:45; Bratkartoffeln und Gemüse; Dosis 10 mg

Heute wars gut, da ich in der einzigen Vorlesung heute morgen um 8 tapfer bis zum Schluss dabeiblieb 🙂 Außerdem war das anschließende Gespräch mit meiner Studienberaterin sehr aufschlussreich… Nach dem Mittagessen bin ich noch zu ner Freundin zum Lernen, deswegen habe ich die zweite Dosis noch genommen. Lief auch alles super und wir haben ganz schön viel geschafft, obwohl sie oft so unkonzentriert ist wie ich sonst 😉

Was mir noch auffällt momentan, ist dass ich vor allem Abends keinen Appetit habe. Für mich ist das nur positiv, da ich sowieso ein leicht gestörtes Verhältnis zum Essen habe und dadurch vielleicht endlich abnehme. Es ist ja nicht so, dass ich gar nichts mehr esse, ich muss wegen den Medis sowieso und außerdem weiß mein Blutzucker ziemlich genau, wann ich essen muss und wann nicht. Aber dass mir der Heißhunger auf Schokolade fehlt und ich nur noch nach Hunger und nicht nach Appetit esse, wird sich hoffentlich posititv auf emin Gewicht auswirken 😉 Oder es pendelt sich alles wieder ein 😛

Medikinet Tag 1

Ab heute nehme ich Medikinet adult, ein Medikament für Erwachsene mit ADHS. Ich werde hier einfach aufschreiben, wie es mir damit geht, auch als Tagebuch für mich. Dürfte für euch nicht immer unbedingt interessant sein 😉

Tag 1

Frühstück: 10 Uhr; Rührei; Dosis 10mg

Mittagessen: 16 Uhr; zwei Stückchen Pizza; Dosis 10 mg wegen zwei Abendvorlesungen

So, das war der erste Tag. Ich schreibe alles auf, um besser vergleichen zu können, wann das Medikament wie wirkt. Was und wie viel man da vor isst scheint einen großen Unterschied zu machen. Heute habe ich definitiv zu fettig gegessen (ich will ja sowieso abnehmen) aber es war nichts mehr im Haus. Deswegen hab ich nach dem Frühstück erst mal das Essen für die Woche geplant und bin einkaufen gegangen. Einen großen Unterschied merke ich noch nicht, die Dosierung ist aber auch noch relativ gering. Die Tablette nach dem Mittagessen soll ich ja erstmal nur nehmen, wenn ich sie brauche. Ich dachte, da ich bis 20 Uhr Vorlesung hatte, ist es vielleicht ganz gut. Trotzdem war es nicht viel anders als sonst, gegen Ende der zweiten Vorlesung fiel es mir wie immer schwer, dabeizubleiben, aber immerhin habe ich die erste ohne Proleme überstanden. Ist ja auch kein Wunder, da wir eine Stunde darüber diskutiert haben, ob auch die Leute, die den Schein nicht brauchen, bereit sind, ein Referat zu halten -.- Da weiß man wieder, warum mein Studiengang an der Uni so verschrien ist.

Edit: Was mir später noch aufgefallen ist: Ich bin viel gelassener… Ansonsten kann ich wegen jedem Dreck an die Decke gehen („Sollbruchstelle“ *hihi*) und gestern hat es mich irgendwie einfach nicht gejuckt O.O Das war für mich selber sehr faszinierend, da es mir so viel Stress erspart, wenn das jetzt immer so ist 😉

Mein Leben mit ADHS

Hallo ihr Lieben 🙂

Ich heiße Sarah, bin 22, Studentin der Kindheitspädaogik und habe ADHS… Wie man an dem Blogeintrag von letztem Juli sieht, mit einem leichten Hang zur Depression -.- Zudem habe ich einen Verlobten, eine Wohnung, einen Nebenjob und einen Zwerghamster 😉

Momentan bin ich regelmäßig in Therapie und nebenher werde ich noch von meiner Studienberaterin betreut, ich nehme die Medis also nicht einfach so…

Warum blogge ich?

Ich möchte hier über das ADHS bloggen, weil ich denke, dass es mir selber hilft (momentan liest das hier ja eh noch keiner 😉 Und weil ich dann irgendwann zurückschauen kann und hoffentlich sagen kann „Es hat sich was getan“

Warum fange ich grade jetzt mit dem Bloggen an?

Die letzten paar Wochen waren einfach nicht so blumig… Ich empfinde das Studieren (bis auf das Produzieren von schriftlichen Arbeiten) eher als einfach und war nie sonderlich gestresst… Die Semesterferien waren immer sehr entspannend! Nur – dieses Mal hatte ich keine. Das Wintersemester war abgehakt, also habe ich mich hingesetzt und angefangen an meiner Bachelorarbeit zu arbeiten, ich weiß ja, das ich für so etwas mindestens 3mal so lange brauche wie andere Leute. Hoppladihopp gings dann ins Praktikum, was auch sehr anstrengend war. Und da ich es während dem Praktikum nicht hingekriegt habe, nebenher zu schreiben, waren innerhalb einer halben Woche nach dem Praktikumsende 20 Seiten schriftlicher Arbeiten zu erstellen. Das hat mir mit dem ganzen Stress dann den Rest gegeben.

Die Angst, die Bachelorarbeit nicht zu schaffen. Ich wollte eigentlich laut meinem in der Beratung erstellten Plan Anfang März mit Schreiben anfangen, jetzt ist es Mitte April. You see?

Die Panik vor der Abgabefrist, die am Montag für beide Hausarbeiten gewesen wäre. Das Sitzen vor dem leeren Blatt und sich auf Nichts konzentrieren zu können. Das hat mich ziemlich fertig gemacht.

Und dann zu wissen, dass man keine Pause hat, weil das Semester wieder anfängt, somit wären das 3 Vorlesungstage, 2 Tage Bachelorarbeit schreiben (so der Plan) 2 Tage arbeiten (400-Euro-Basis) und nebenher noch mein Leben und den Haushalt schmeißen.

Ich habe dann, nachdem ich letzte Woche mehrere heftige Nervenzusammenbrüche hatte, die Notbremse gezogen. Ich bin erstmal 4 Wochen krank geschrieben und werde jetzt anfangen, die Medikamente zu nehmen, gegen die ich mich so lange gewehrt habe.

Was bleibt?

Die Erkenntnis, das Studieren mit ADHS eben doch nicht einfach so geht.

PS: Verbesserungsvorschläge, Feedback und Kommentare seh ich immer gerne (falls das hier doch mal jemand liest.