Medikinet Tag 2

Frühstück: 7:30 Uhr; Haferflocken und Cappuccino; Dosis 10 mg

Mittagessen: 11:45; Bratkartoffeln und Gemüse; Dosis 10 mg

Heute wars gut, da ich in der einzigen Vorlesung heute morgen um 8 tapfer bis zum Schluss dabeiblieb 🙂 Außerdem war das anschließende Gespräch mit meiner Studienberaterin sehr aufschlussreich… Nach dem Mittagessen bin ich noch zu ner Freundin zum Lernen, deswegen habe ich die zweite Dosis noch genommen. Lief auch alles super und wir haben ganz schön viel geschafft, obwohl sie oft so unkonzentriert ist wie ich sonst 😉

Was mir noch auffällt momentan, ist dass ich vor allem Abends keinen Appetit habe. Für mich ist das nur positiv, da ich sowieso ein leicht gestörtes Verhältnis zum Essen habe und dadurch vielleicht endlich abnehme. Es ist ja nicht so, dass ich gar nichts mehr esse, ich muss wegen den Medis sowieso und außerdem weiß mein Blutzucker ziemlich genau, wann ich essen muss und wann nicht. Aber dass mir der Heißhunger auf Schokolade fehlt und ich nur noch nach Hunger und nicht nach Appetit esse, wird sich hoffentlich posititv auf emin Gewicht auswirken 😉 Oder es pendelt sich alles wieder ein 😛

Medikinet Tag 1

Ab heute nehme ich Medikinet adult, ein Medikament für Erwachsene mit ADHS. Ich werde hier einfach aufschreiben, wie es mir damit geht, auch als Tagebuch für mich. Dürfte für euch nicht immer unbedingt interessant sein 😉

Tag 1

Frühstück: 10 Uhr; Rührei; Dosis 10mg

Mittagessen: 16 Uhr; zwei Stückchen Pizza; Dosis 10 mg wegen zwei Abendvorlesungen

So, das war der erste Tag. Ich schreibe alles auf, um besser vergleichen zu können, wann das Medikament wie wirkt. Was und wie viel man da vor isst scheint einen großen Unterschied zu machen. Heute habe ich definitiv zu fettig gegessen (ich will ja sowieso abnehmen) aber es war nichts mehr im Haus. Deswegen hab ich nach dem Frühstück erst mal das Essen für die Woche geplant und bin einkaufen gegangen. Einen großen Unterschied merke ich noch nicht, die Dosierung ist aber auch noch relativ gering. Die Tablette nach dem Mittagessen soll ich ja erstmal nur nehmen, wenn ich sie brauche. Ich dachte, da ich bis 20 Uhr Vorlesung hatte, ist es vielleicht ganz gut. Trotzdem war es nicht viel anders als sonst, gegen Ende der zweiten Vorlesung fiel es mir wie immer schwer, dabeizubleiben, aber immerhin habe ich die erste ohne Proleme überstanden. Ist ja auch kein Wunder, da wir eine Stunde darüber diskutiert haben, ob auch die Leute, die den Schein nicht brauchen, bereit sind, ein Referat zu halten -.- Da weiß man wieder, warum mein Studiengang an der Uni so verschrien ist.

Edit: Was mir später noch aufgefallen ist: Ich bin viel gelassener… Ansonsten kann ich wegen jedem Dreck an die Decke gehen („Sollbruchstelle“ *hihi*) und gestern hat es mich irgendwie einfach nicht gejuckt O.O Das war für mich selber sehr faszinierend, da es mir so viel Stress erspart, wenn das jetzt immer so ist 😉

Mein Leben mit ADHS

Hallo ihr Lieben 🙂

Ich heiße Sarah, bin 22, Studentin der Kindheitspädaogik und habe ADHS… Wie man an dem Blogeintrag von letztem Juli sieht, mit einem leichten Hang zur Depression -.- Zudem habe ich einen Verlobten, eine Wohnung, einen Nebenjob und einen Zwerghamster 😉

Momentan bin ich regelmäßig in Therapie und nebenher werde ich noch von meiner Studienberaterin betreut, ich nehme die Medis also nicht einfach so…

Warum blogge ich?

Ich möchte hier über das ADHS bloggen, weil ich denke, dass es mir selber hilft (momentan liest das hier ja eh noch keiner 😉 Und weil ich dann irgendwann zurückschauen kann und hoffentlich sagen kann „Es hat sich was getan“

Warum fange ich grade jetzt mit dem Bloggen an?

Die letzten paar Wochen waren einfach nicht so blumig… Ich empfinde das Studieren (bis auf das Produzieren von schriftlichen Arbeiten) eher als einfach und war nie sonderlich gestresst… Die Semesterferien waren immer sehr entspannend! Nur – dieses Mal hatte ich keine. Das Wintersemester war abgehakt, also habe ich mich hingesetzt und angefangen an meiner Bachelorarbeit zu arbeiten, ich weiß ja, das ich für so etwas mindestens 3mal so lange brauche wie andere Leute. Hoppladihopp gings dann ins Praktikum, was auch sehr anstrengend war. Und da ich es während dem Praktikum nicht hingekriegt habe, nebenher zu schreiben, waren innerhalb einer halben Woche nach dem Praktikumsende 20 Seiten schriftlicher Arbeiten zu erstellen. Das hat mir mit dem ganzen Stress dann den Rest gegeben.

Die Angst, die Bachelorarbeit nicht zu schaffen. Ich wollte eigentlich laut meinem in der Beratung erstellten Plan Anfang März mit Schreiben anfangen, jetzt ist es Mitte April. You see?

Die Panik vor der Abgabefrist, die am Montag für beide Hausarbeiten gewesen wäre. Das Sitzen vor dem leeren Blatt und sich auf Nichts konzentrieren zu können. Das hat mich ziemlich fertig gemacht.

Und dann zu wissen, dass man keine Pause hat, weil das Semester wieder anfängt, somit wären das 3 Vorlesungstage, 2 Tage Bachelorarbeit schreiben (so der Plan) 2 Tage arbeiten (400-Euro-Basis) und nebenher noch mein Leben und den Haushalt schmeißen.

Ich habe dann, nachdem ich letzte Woche mehrere heftige Nervenzusammenbrüche hatte, die Notbremse gezogen. Ich bin erstmal 4 Wochen krank geschrieben und werde jetzt anfangen, die Medikamente zu nehmen, gegen die ich mich so lange gewehrt habe.

Was bleibt?

Die Erkenntnis, das Studieren mit ADHS eben doch nicht einfach so geht.

PS: Verbesserungsvorschläge, Feedback und Kommentare seh ich immer gerne (falls das hier doch mal jemand liest.

Gedankensoße

Irgendwo in meinem Hirn ist ein Loch… Und es tropft…. Meine Gedanken tropfen mir von der Nase aufs Kinn und von dort in großen Tropfen auf den Schreibtisch vor mir.

Aufmerksam betrachte ich sie, sie haben alle die gleiche schmierig graue melancholisch-deprimierte Farbe… Es ist keine glatte Masse, sie hält zusammen, als wäre es Kaugummi und enthält lauter kleine scharfe Splitter, die beim Herauslaufen das Loch immer weiter vergrößern… Seltsamerweise tun sie mir aber sonst nichts, weder meine Nase noch mein Kinn fühlen sich aufgekratzt an. Gut, dass das aus mir draußen ist, oder? Doch das Tropfen hört nicht auf und die Farbe wird nicht schöner, es wird auch so schnell nicht besser werden. Es ist alles immer das Gleiche, die gleichen Fragen, die gleichen Vorwürfe, die gleichen stumpfen, abgenutzten Sätze. Am liebsten würde ich das alles vom Tisch wischen, meine Gedanken abwerfen, doch wenn ich hinlange, klebe ich daran fest, das macht es nur noch schlimmer…

Ob ich die Farbe wohl jemals werde ändern, das Loch werde stopfen können? Im Moment sieht es nicht so aus -.-